Gibt es die deutsch-französische Freundschaft?

Heute* ist ein bedeutender Tag in der Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen. Ein guter Grund, meine eigene Beziehung genauer zu betrachten. Vince und ich sind seit mehr als 3 Jahren zusammen. Wir passen gut zusammen und haben uns noch nie gefragt, ob unsere Herkunft auf unsere Beziehung großen Einfluss hat. Wir lieben uns und unsere Liebe kennt keine kulturellen Grenzen, die für uns unüberwindbar wären.

Ich bin manchmal deutsch und manchmal nicht. Vince ist manchmal französisch und manchmal nicht. Wir sprechen häufiger deutsch als französisch, schauen uns aber mehr französische als deutsche Filme im Kino an. Wir bevorzugen die französische Küche, aber deutsche Wurst und deutsches Bier mögen wir beide gerne. Wir hören deutsche und französische Musik, aber am häufigsten wahrscheinlich doch englischsprachigen Pop. Wir mögen deutsche Wälder und die französische Küsten, die Berge und Städte in beiden Ländern. Im Winter wären wir lieber in Frankreich, weil der Himmel dort blauer ist als hier. Im Sommer freuen wir uns über Berlin und die Seen drumherum.

Sich Vorurteilen passiv hinzugeben ist einfach. Gegen Vorurteile aktiv anzugehen bedeutet Anstrengung – allerdings eine Anstrengung, die belohnt wird.

* Der 22. Januar 2013 war der 50. Jahrestag des Élyséevertrags. An diesem Tag haben Bundeskanzler Konrad Adenauer und Président Charles de Gaulle den ersten gemeinsamen deutsch-französischen Vertrag nach dem Ende des zweiten Weltkriegs geschlossen.

L’amitié franco-allemande existe-t-elle ?

Lisa und ich passen gut zusammen und wir haben uns noch nie die Frage gestellt, ob wir nicht zusammen passen könnten, weil sie Deutsche und ich Franzose bin. In Europa wird jedoch viel darüber gesprochen, ob wir alle zusammen passen, die Franzosen und die Engländer oder die Deutschen und die Griechen oder die Spanier und die Italiener oder die Iren und die Portugiesen.

Heute, an diesem denkwürdigen Tag*, wird das französisch-deutsche Verhältnis wieder besonders stark betont. In Frankreich wie auch in Deutschland gibt es viele kritische Stimmen zu unseren Beziehungen. Deutsche und Franzosen seien einfach zu verschieden, als dass man von einer Freundschaft sprechen könnte. Dafür werden stereotype Bilder bemüht, die diese Behauptung untermauern sollen: Der Franzose, ein Lebemensch par excellence, geht alles Laissez-faire an und der Deutsche ist fleissig, ernst, belehrend und allzu regeltreu – das kann ja nicht gut zusammengehen.

Dabei wird das Bild zur deutsch-französischen Freundschaft in erster Linie von der aktuellen Europa-Politik von Angela Merkel und François Hollande geprägt**. Vor einem Jahr war es noch anders, denn Angela Merkel und Nicolas Sarkozy haben in Europa stärker gemeinsam an einem Strang gezogen, als es die Kanzlerin und der jetzige französische Präsident tun. Wie wäre die mediale Einschätzung der Beziehung vor einem Jahr gewesen? Ich denke, dass sich an diesem Beispiel zeigt, dass insbesondere die persönliche Haltung der agierenden Personen maßgeblich Einfluß auf die zwischeneuropäischen Beziehungen hat.

Contre les préjugés ! Contre les stéréotypes !

* Der 22. Januar 2013 war der 50. Jahrestag des Élyséevertrags. An diesem Tag haben Bundeskanzler Konrad Adenauer und Président Charles de Gaulle den ersten gemeinsamen deutsch-französischen Vertrag nach dem Ende des zweiten Weltkriegs geschlossen.

** Mehr als ein Jahrzehnt später haben sich die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland deutlich verschlechtert – das offizielle Interesse Deutschlands an Verbindungen zu Frankreich ist gering, Frankreich dreht sich um sich selbst und Großbritannien gehört seit dem Brexit nicht mehr zur EU. EU wo gehst du hin?

Kann ein Jahr besser anfangen als dieses?

Weihnachten war ganz wunderbar. Ich war mit Josh bei seinen Eltern in den USA und habe ein paar Tage richtig ausspannen können. Josh war so unglaublich lieb zu mir, man könnte fast glauben, er habe ein schlechtes Gewissen. Wahrscheinlich hat er das sogar, weil er so oft unterwegs ist und vielleicht denkt, dass ich zu kurz komme. Dabei ist es für mich vollkommen in Ordnung, dass wir uns nicht ständig sehen. Sonst würden wir es vielleicht nicht so gut miteinander aushalten.

Jedenfalls war es wirklich schön mit Josh in den Catskill Mountains. Ich wollte eigentlich noch ein bisschen an der Reportage weiterarbeiten und endlich das Interview mit Vince nachbereiten, aber irgendwie hat sich die Zeit nicht der Arbeitswut beugen wollen. Selbst Josh, der normalerweise nicht einen einzigen Tag ohne sein Smartphone sein kann, war zwischen Weihnachten und Neujahr ganz und gar offline. Er hat das Telefon sogar bei seinen Eltern liegen gelassen, wenn wir Ausflüge gemacht haben, Skifahren oder Wandern gegangen sind.

Die Liebe, die frische Luft und die Ruhe haben mir wirklich gut getan. Ein paar Tage aus dem Alltag raus zu sein hilft mir immer enorm, zu neuer Form zu finden. Es ging zwar etwas müde los heute morgen – kein Wunder, der graue Berliner Himmel hat meinen morgendlichen Elan zunächst eher ausgebremst. Aber schon beim Lesen der ersten Sätze aus dem Interview mit Vince bin ich richtig wach geworden. Ich wußte ja schon, dass der Freund meiner kleinen Schwester sehr kommunikativ und charmant ist, aber dass er so lebendig erzählen kann, dass hat mich dann doch überrascht. Es ist fast schon schade, dass ich das Interview nicht als Audio aufbereitet habe. Obwohl, warum eigentlich nicht? Ich könnte wenigstens Teile des Original-Gesprächs als Podcast auf meiner Website veröffentlichen, als Querverweis oder Vorankündigung. Vince hat bestimmt nichts dagegen. Er hat einfach eine sehr angenehm klingende Sprechstimme.

Ach, ich freue mich. Die Reportage wächst und gedeiht. Ich habe jetzt schon drei ausführliche Interviews und noch zwei weitere Termine bis Ende Februar. An Material mangelt es nicht und neue Ideen tun sich auf. Und eine Anfrage für ein Folgeprojekt ist gerade per E-Mail reingekommen. 2013 verspricht in Sachen Arbeit und Liebe ein hervorragendes Jahr zu werden.

Mele Kalikimaka

Vor jedem Post gab es einen Weihnachtsgruß in einer anderen Sprache. Wer hat alle Sprachen erkannt? Die allerletzten Lösungen des allerletzten Life Minutes Weihnachtsrätsels :)

Mele Kalikimaka am vierundzwanzigsten Dezember – das war Hawaïanisch

メリークリスマス am dreiundzwanzigsten Dezember – das war Japanisch

Boldog Karácsonyt am zweiundzwanzigsten Dezember – das war Ungarisch

Wesołych Świąt am einundzwanzigsten Dezember – das war Polnisch

Buon Natale am zwanzigsten Dezember – das war Italienisch

Zalig Kerstfeest am neunzehnten Dezember – das war Niederländisch

Gleðileg Jól am achtzehnten Dezember – das war Isländisch

शुभ बड़ा दिन am siebzehnten Dezember – das war Hindi

Hyvää Joulua am sechzehnten Dezember – das war Finnisch

عيد ميلاد مجيد am fünfzehnten Dezember – das war Arabisch

С Рождеством am vierzehnten Dezember – das war Russisch

Glædelig Jul am dreizehnten Dezember – das war Dänisch

Feliz Natal am zwölften Dezember – das war Brasilianisches Portugiesisch

Gajan Kristnaskon am elften Dezember – das war Esperanto

메리 크리스마스! am zehnten Dezember – das war Koreanisch

E guëti Wiënachtä am neunten Dezember – das war Schweizerdeutsch

חג מולד שמח achten Dezember – das war Hebräisch

Rõomsaid Jõulupühi am siebten Dezember – das war Estnisch

Joyeux Noël am sechsten Dezember – das war Französisch

Noeliniz kutlu olsun am fünften Dezember – das war Türkisch

En frehlicher Grischtdaag am vierten Dezember – das war Pennsylvania Dutch

Merry Christmas am dritten Dezember – das war Englisch

 Jabbama be salla Kirismati am zweiten Dezember – das war Fulani

Frohe Weihnachten am ersten Dezember – das war Deutsch

Weihnachtsgrüße in den Sprachen der Welt wünschen Emma, Patrice, Hans, Gertrude, Lisa, Vincent, Peter, Sevtap, Jenna und Josh.

メリークリスマス

Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können.

Quand tu regarderas le ciel, la nuit, puisque j’habiterai dans l’une d’elles, puisque je rirai dans l’une d’elles, alors ce sera pour toi comme si riaient toutes les étoiles. Tu auras, toi, des étoiles qui savent rire!

Antoine de Saint-Exupéry | Le petit prince | Der kleine Prinz | XXVI

Buon Natale

Le petit prince ist vielleicht die bekannteste Geschichte der Welt. Meine Großmutter hat uns an Weihnachten immer das 21. Kapitel vorgelesen, in dem der kleine Prinz von seiner Begegnung mit dem Fuchs erzählt. Deshalb ist dieses Buch für mich ein Weihnachtsbuch und ich kann es seitdem nur in der Weihnachtszeit lesen, auch wenn es keinen direkten Bezug zu diesem Fest hat.

Das Kapitel XXI erzählt von Freundschaft und Liebe. Der Fuchs wird von dem kleinen Prinzen gezähmt und als der Abschied naht, vertraut der Fuchs dem kleinen Prinzen das wohl berühmteste Geheimnis der Welt an.

Wir Enkelkinder haben uns fast noch mehr auf die Lesestunde mit meiner Großmutter gefreut als auf das festliche Essen oder die Geschenke am nächsten Morgen. Manchmal habe ich mich weggedreht, damit die anderes nicht sehen, dass ich Tränen in den Augen habe. Ich glaube fast, die anderen Kinder haben dasselbe getan. Es ist eine der schönsten Erinnerungen, die ich in mir trage.

Meine Großmutter lebt nun schon ein paar Jahre nicht mehr und ich habe das Buch auch schon lange nicht mehr gelesen. Dieses Weihnachtsfest verbringe ich mit Lisa in Deutschland. Vielleicht sollte ich ihr die Geschichte vorlesen?

{ Der Klick zum Hören } Le petit prince et le renard

On ne voit bien qu’avec le cœur. L’essentiel est invisible pour les yeux.

Was ist nur los mit mir?

Ich hatte mir das anders vorgestellt. Der Sex mit Sevtap war schon ok, aber danach war einfach die Luft raus. Wir hätten es lieber dabei belassen sollen, aber ich wollte sie ja unbedingt noch mal treffen und habe sie angerufen. Dann ist es passiert. Ich bin oft unterwegs, ich treffe überall auf irgendwelche Frauen, aber ich muss natürlich mit einer anbandeln, die aus dem Umkreis von Emma kommt. Ausgerechnet. Was ist nur los mit mir?

Ich konnte einfach nicht widerstehen. Dabei bin ich sonst sehr diszipliniert, ich gebe mich den Dingen nicht einfach hin (außer der Musik vielleicht). Aber vielleicht muss ich mir mit meinen 40 Jahren eingestehen, dass wir alle unsere schwachen Momente haben. Ich bin gut darin, die schwachen Momente von anderen zu erkennen. Ich nutze das nicht aus, so bin ich nicht. Ich beobachte es nur und mache mir meine eigenen Gedankennotizen dazu. Doch jetzt habe ich mich gewissermaßen selbst dazu gezwungen, den Blick auf mich zu richten. Denn ich habe mich nicht im Griff gehabt.

Ich sollte analysieren, warum es passiert ist. Damit ich mich selbst besser verstehe. Ich hasse es wirklich, wenn ich schwarze Löcher entdecke, deren Grund ich nicht sehen kann und deren Ursprung ich nicht verstehen kann. Die Geschichte mit Sevtap ist so ein schwarzes Loch und ich habe keine Idee, wie ich es stopfen könnte. Zum Glück bin ich jetzt ein paar Tage unterwegs, da kann ich nachdenken, Abstand gewinnen. Weihnachten fliege ich mit Emma nach USA zu meinen Eltern, Jenna bleibt in Berlin. Emma hat sofort ja gesagt, als ich sie gefragt habe. Ich habe mich sehr darüber gefreut und ich freue mich immer noch, dass sie mitkommt.

Jetzt hat mir Sevtap auch noch eine SMS geschrieben. Sie will mit mir reden. Ich weiß allerdings gar nicht, was wir noch reden sollen. Es ist alles gesagt. Nur mit Emma nicht. Aber da weiß ich auch nicht, was ich ihr sagen sollte. Ich muss erst mal in meinem Kopf klar werden, damit sich das Loch verkleinert und mit Lösungen füllt – wenn es hierfür überhaupt so etwas wie eine Lösung gibt …

Gibt es Zufälle, die Schicksal sind?

Eigentlich wollten Hans und ich uns noch treffen, bevor ich nach Israel fliege. Jetzt liege jedoch mit einer argen Erkältung danieder und muss mich schonen, damit ich die Reise gesund antreten kann. So ein Ärgernis! Aber natürlich möchte ich Hans nicht das erste Mal mit einer roten, laufenden Nase begegnen, das verbietet mir meine Eitelkeit. Zudem habe ich so schlimme Kopfschmerzen, dass ich kaum klar denken kann.

Trotzdem bin ich guter Dinge. Ich habe heute erfahren, dass Hans der Vater von Emma ist. Und das kam so: Er hat mir sofort auf meine Absage geantwortet, dass es zwar schade sei, dass es heute mit dem Kaffee nicht klappe. Er wünsche mir allerdings nichts mehr als baldige Genesung. Der Gute! Und dann hat er mir geschrieben, dass er seine Tochter um Rat gefragt hat, was er zu unserem Rendezvous anziehen solle. Emma sei natürlich neugierig geworden und habe die richtigen Fragen gestellt. Nun ja, es erstaunt mich nicht: Was eine gute Journalistin ist … So sei eins zum anderen gekommen und irgendwann habe Emma die richtigen Schlüsse gezogen und ihren Vater direkt nach meinem Namen gefragt. Was muss das für eine Überraschung gewesen sein!

Und welch glückliche Fügung! Emma und ich sind uns durch das Interview ziemlich nahe gekommen. Deshalb wollen wir uns auch weiterhin ab und zu treffen, um uns auszutauschen. Emma ist eine sehr angenehme und reflektierte Gesprächspartnerin. Das Interview mit ihr hat mich wirklich bereichert und mir sogar neue Sichtweisen auf meine eigene Biographie eröffnet. Das hätte ich mit meinen 71 Jahren nicht unbedingt erwartet. Jedenfalls kann der Vater einer solchen Frau kein schlechter Mensch sein. Nun, das habe ich schon seit unserer ersten Korrespondenz gespürt, doch jetzt habe ich die Gewissheit! Ich bin ich mir sehr sicher, dass wir uns treffen werden. Bald, nach meiner Heimreise.

Aber was soll ich bloß anziehen?

Ich bin tatsächlich ein bisschen aufgeregt. Gertrude und ich haben uns in den letzten Wochen einige E-Mails geschrieben und werden uns morgen Abend endlich in der echten Welt begegnen. Ich weiß gar nicht mehr, was man zu einem Rendezvous anzieht. Seit Elisabeth gestorben ist, habe ich mich mehr meiner Arbeit als Liebesdingen gewidmet. Der Gedanke an eine neue Beziehung hat mich eine ganze Zeit lang eher verschreckt.

Natürlich habe ich in den letzten Jahren Frauen getroffen. Aber das waren eher Zufallsbekanntschaften, allesamt aus der Arbeit entstanden und wenig romantisch motiviert. Es hat mich hat mich schon einige Überwindung gekostet, auf die Annonce von Gertrude zu antworten. Aber sie hat sofort sehr freundlich und offen geantwortet. Das hat mir nicht nur gefallen, es hat mich auch daran erinnert, dass sich das Leben ohne eine Partnerin an der Seite unvollständig anfühlen kann. Im Grunde genommen bin ich sogar sehr verwöhnt. Ich hatte ja auch schon zwei Frauen zur gleichen Zeit mit denen ich mein Leben geteilt habe. Zu dieser Zeit war ich nicht nur vollständig, sondern gewissermaßen verdoppelt.

Aber zurück zu Gertrude: Mittlerweile ist es so, dass ich es kaum erwarten kann, Antwort von ihr zu erhalten. Wir haben uns einiges aus unseren Leben erzählt und ich habe mitunter das Gefühl, als würde ich Gertrude schon jahrelang kennen. Da ist diese Vertrautheit, die wir vielleicht nur deshalb so schnell erlangen konnten, weil wir uns zunächst nur geschrieben haben. Wenn wir uns jetzt gegenüber treten, ist es bestimmt ein ganz besonderer Moment: Wir kennen uns, und wir kennen uns nicht. Wir haben ja bewusst darauf verzichtet, uns Fotos voneinander zu schicken. Fotografien zeigen nur eine einzige Perspektive auf die Person, und wir wollten uns lieber ein Bewegtbild als ein Standbild voneinander machen. Natürlich ist das ein Risiko, aber ich habe schon eine Ahnung davon, wie Gertrude wohl aussehen könnte.

Es wird spannend morgen Abend. Aber was ziehe ich nur an? Ich werde Emma mal fragen, sie ist hat ein gutes Händchen für die passende Kleidung zur richtigen Zeit.

عيد ميلاد مجيد

Ich finde es schwierig zu einem festgelegten Zeitpunkt (Weihnachten) Geschenke zu machen, die alle Beschenkten (Familie, Freunde) mit Freude erfüllen sollen. Deswegen schenke ich jedes Jahr und allen immer dasselbe. Trotzdem oder gerade deswegen sie alle immer glücklich und zufrieden damit. Was mein Geheimnis ist? Ich verschenke selbstgemachte Kerzen.

Nicht nur, dass es mir selbst viel Freude bereitet, Kerzen zu ziehen, die Symbolik eines solchen Geschenks ist vielfältig. Entweder sage ich der Person mit einem Augenzwinkern, dass ihm oder ihr bald ein Licht aufgehen möge, oder oder Kerze wünscht dem/der Beschenkten eine leuchtende und warme Zukunft.

Ach, ich manchmal bin ich echt sentimental … Aber schließlich sehen Kerzen nicht nur gut aus und machen ein schönes Licht, sie riechen auch gut. Das Beste aber ist: Kerzen sind schnell selbst gemacht und können von daher last minute vor dem Heiligen Abend noch hergestellt werden.

Es ist das Licht, das uns sehen lässt

Kerzenziehen

___Man braucht
Gießwachs, 500 g oder 1.000 g Beutel, einfach und farblos, als Granulat im Bastelbedarf oder Baumarkt erhältlich. 1 ml Kerzenvolumen entspricht etwa 1g Kerzengießwachs.
Färbewachs, um das geschmolzene Wachs einzufärben. Im Bastelbedarf oder Baumarkt erhältlich.
Gießformen wie alte Teelichtbehälter aus Glas oder Aluminium, Marmeladengläser, Puddinggläser oder andere Gläser. Minikerzen werden mit Plätzchenausstechförmchen oder halben Walnußschalen gegossen.
Dochte – die Dochtstärke ist abhängig vom späteren Kerzendurchmesser (Bitte die Angabe zur Dochtstärke auf der Packung beachten). Im Bastelbedarf oder Baumarkt erhältlich.
Knete, Zahnstocher aus Holz

___Herstellung
1 Wachs schmelzen
Wachsgranulat in einem größeren Einmachglas im Wasserbad langsam unter ständigem Rühren erhitzen. Färbewachs nach Herstellerangabe hinzugeben. Das Wachs soll nicht kochen. Mit dem Rührlöffel wird das Wachs umgefüllt, wenn es flüssig genug ist.
2 Docht vorbereiten
Die Dochte auf die richtige Länge bringen. Dochte kurz in das flüssige Wachs tauchen. Wenn das Wachs kurz abgekühlt ist, gerade ziehen. Zur Seite legen.
3 Kerzen in Ausstechförmchen
Knete dünn ausrollen. Die Ausstechförmchen darauf setzen und leicht
andrücken. Wachs zugießen bis der Rand fast erreicht ist. Den Docht, der doppelt so hoch wie die Form sein sollte, in das noch flüssige Wachs stellen und fixieren. Wenn das Wachs fest geworden ist, Förmchen vorsichtig abheben.
4 Kerzen in Gläsern
Das Ende eines Dochts wird mit dem noch nicht festen Wachs an einen Holzzahnstocher geklebt und so weit um diesen gewickelt, dass der Docht gerade bis auf den Boden der Glasform reicht. Der Docht sollte mindestens ein Fingerglied lang über den Glasrand hinausgehen. Wachs zu etwa 3/4 in die Gläser geben. Für verschiedenfarbige Kerzen kann das Wachs z.B. in Schichten eingefüllt werden (z.B. erst rotes, dann gelbes, dann blaues Wachs. Dabei wird die nächste Schicht erst eingegossen, wenn die vorherige Schicht leicht erstarrt ist.