शुभ बड़ा दिन 

Man sagt, dass Weihnachten ein Fest für die Kinder sei.

Newtown in Connecticut liegt weniger als 100 Meilen südwestlich von meiner Heimatstadt Town of Catskill. Dort sind vorgestern 20 Kinder einer Grundschule von einem jungen Mann erschossen worden. Der Täter hatte zunächst seine Mutter hingerichtet und ist dann in die Schule eingedrungen, in der er ein Massaker angerichtet hat.

Nanagahar ist eine östliche Provinz in Afghanistan. Dort sind heute 10 Mädchen zwischen 9 und 13 Jahren durch eine Landmine ums Leben gekommen. Sie wollten nur Brennholz sammeln, als eine von ihnen zufällig mit einer Axt auf eine Landmine geschlagen hat. Es wird vermutet, dass die Landmine noch aus den Zeiten des sowjetischen Afghanistan-Feldzugs in den 1980er-Jahren stammt.

Weihnachten sollte ein Fest des Friedens sein, ein Fest, bei dem Kinderaugen mit Kerzen um die Wette leuchten. Die Betonung liegt auf sollte – denn die Wirklichkeit sieht leider ganz anders aus. Gerade hat die UNICEF die Bilder des Jahres* ausgezeichnet. In diesem Jahr sind auf 9 von 12 Bildern Kinder zu sehen, wie sie von Krieg, Leid oder Elend umgeben sind. Das ist die bittere Realität, in der singende Engel und leuchtende Bäume keinen Platz haben …

* Aktualisierter Link, hinter dem sich jetzt die Nominierungen von 2025 verbergen. Auf dem ersten Platz ist ein Foto, das zeigt, dass Mädchen in Afghanistan auch 13 Jahre später nicht viel dürfen – zum Beispiel in eine weiterführende Schule gehen. Mit 10 Jahren ist Bildungsschluss.

Hast du Antworten auf meine Fragen, Papa?

Morgen wird meine Jüngste wieder ein Jahr älter. Die Zeit vergeht wie im Flug. Ich bin gespannt, wie das Essen wird. Patrice kocht, Emma hat alle eingeladen. Alle, außer Marlene. Wenn ich es genau betrachte, ist es nicht fair. Ich bin immer mit von der Partie bei dem Geburtstagsessen, das Lisa so wichtig ist. Ihre Mutter hingegen nicht.

Seltsamerweise habe ich nicht das Gefühl, dass es an meiner oder Emmas Anwesenheit liegt, dass Marlene nie eingeladen ist. Ich habe eher das Gefühl, dass Lisa ihre Mutter nicht dabei haben will. Ich kann nicht genau sagen, warum mich dieses Gefühl beschleicht, ich habe auch weder Lisa noch Marlene je dazu befragt. Patrice kennt Marlene auch, aber er hält sich zurück und hat niemals etwas dazu gesagt, obwohl er sonst in Familienangelegenheiten so engagiert und auf Harmonie bedacht ist.

Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, ein paar Dinge auf den Tisch zu bringen. Lisa hat den Stein schon ins Rollen gebracht. Und Patrice hat mir einen wunderbaren Rat gegeben, nur bin ich mir nicht sicher, ob Lisa das genügen wird. Wenn ich meine Geschichte als Theaterstück inszeniere – natürlich nicht exakt so, wie sie sich zugetragen hat, ein Theaterstück kann die Wirklichkeit niemals ganz abbilden (ganz zu schweigen davon, dass ich mich vor einem derartigen Seelenstrip scheue) – wenn ich also die Ereignisse in ein Drama schreibe, vielleicht hilft es mir dann, mich meinen Kindern gegenüber mehr zu öffnen. Vor allem Lisa und Emma gegenüber, die noch mehr mit diesem Dreiecksverhältnis verwoben sind als Patrice.

Patrice. Mit Patrice verbindet mich ein stark freundschaftliches Band. Für mich ist er ein wichtiger Ratgeber in vielen persönlichen Angelegenheiten. Ich habe ihn nie gewickelt, ich musste ihm die Flasche nicht mehr geben. Als ich ihn kennen gelernt habe, war er zwar noch ein Kind, aber auch schon ein Erwachsener. Mit der Adoption damals wollte ich ihm eine Chance und Schutz geben, aber es ging weniger um die Fürsorge eines kleinen Kindes. Deshalb gehen wir bis heute eher wie zwei Freunde miteinander um, und nicht wie Vater und Sohn.