Was ist nur los mit mir?

Ich hatte mir das anders vorgestellt. Der Sex mit Sevtap war schon ok, aber danach war einfach die Luft raus. Wir hätten es lieber dabei belassen sollen, aber ich wollte sie ja unbedingt noch mal treffen und habe sie angerufen. Dann ist es passiert. Ich bin oft unterwegs, ich treffe überall auf irgendwelche Frauen, aber ich muss natürlich mit einer anbandeln, die aus dem Umkreis von Emma kommt. Ausgerechnet. Was ist nur los mit mir?

Ich konnte einfach nicht widerstehen. Dabei bin ich sonst sehr diszipliniert, ich gebe mich den Dingen nicht einfach hin (außer der Musik vielleicht). Aber vielleicht muss ich mir mit meinen 40 Jahren eingestehen, dass wir alle unsere schwachen Momente haben. Ich bin gut darin, die schwachen Momente von anderen zu erkennen. Ich nutze das nicht aus, so bin ich nicht. Ich beobachte es nur und mache mir meine eigenen Gedankennotizen dazu. Doch jetzt habe ich mich gewissermaßen selbst dazu gezwungen, den Blick auf mich zu richten. Denn ich habe mich nicht im Griff gehabt.

Ich sollte analysieren, warum es passiert ist. Damit ich mich selbst besser verstehe. Ich hasse es wirklich, wenn ich schwarze Löcher entdecke, deren Grund ich nicht sehen kann und deren Ursprung ich nicht verstehen kann. Die Geschichte mit Sevtap ist so ein schwarzes Loch und ich habe keine Idee, wie ich es stopfen könnte. Zum Glück bin ich jetzt ein paar Tage unterwegs, da kann ich nachdenken, Abstand gewinnen. Weihnachten fliege ich mit Emma nach USA zu meinen Eltern, Jenna bleibt in Berlin. Emma hat sofort ja gesagt, als ich sie gefragt habe. Ich habe mich sehr darüber gefreut und ich freue mich immer noch, dass sie mitkommt.

Jetzt hat mir Sevtap auch noch eine SMS geschrieben. Sie will mit mir reden. Ich weiß allerdings gar nicht, was wir noch reden sollen. Es ist alles gesagt. Nur mit Emma nicht. Aber da weiß ich auch nicht, was ich ihr sagen sollte. Ich muss erst mal in meinem Kopf klar werden, damit sich das Loch verkleinert und mit Lösungen füllt – wenn es hierfür überhaupt so etwas wie eine Lösung gibt …

Hyvää Joulua

Zu Ehren des Heiligen Nikolaus gibt ein Mann in jedem Jahr ein Fest. Eines Tages steht ein Pilger vor der Tür des Mannes und bittet um ein Almosen. Als der Sohn dem Pilger ein Stück Brot und einen Taler geben will, ist der Pilger plötzlich verschwunden. Das Kind sieht den Mann davoneilen und läuft ihm bis zum Kreuzweg hinterher, um ihm das Almosen zu geben. Da zeigt der Pilger sein wahres Gesicht. Es ist der Teufel, der den Jungen packt und erwürgt, um seiner Seele habhaft zu werden.

Nach einer Weile wird der Vater unruhig und geht nach dem Sohn suchen. Als er sein totes Kind auf dem Kreuzweg findet, beklagt er sich bei dem Heiligen und fragt, ob der Tod seines Sohnes der Lohn für seine Verehrung sei. Da hat der Nikolaus ein einsehen und erlöst den Jungen aus seinem viel zu frühen Tod.

Man sagt, dass Weihnachten das Fest des Friedens und der Liebe sei. Es ist kurz vor Weihnachten. Mein Land steht unter Schock. Ein Alptraum ist wahr geworden und das Böse* hat die Wirklichkeit durchdrungen**. Es gibt keinen Santa Claus, der die Toten von Newtown wieder zum Leben erwecken könnte. Wir trauern, und Barack Obama weint mit uns.

* Maybe that’s all BOB is. The evil that men do. Maybe it doesn’t matter what we call it. – Albert Rosenfield in Twin Peaks, Episode 9, 2 Season

** 13 Jahre später, ist die Welt nicht besser geworden. Krieg, Anschläge und hasserfüllte Hetze in Echtzeit und Internet bestimmen unseren Alltag. Anstatt Mitgefühl setzen die Mächtigen dieser Welt auf Häme, Verachtung und vulgäre Beschimpfungen. Was wir aber nicht vergessen sollten: Weihnachten ist ein Fest der Besinnung – und gerade deshalb sollten wir in diesen Tagen mehr denn je an all jene denken, die an jedem Tag menschengemachten Grausamkeiten ausgesetzt sind, und versuchen jene mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu schützen.

Es ist doch eigentlich nichts dabei, oder?

Emma war so anhänglich heute morgen, sie wollte mich gar nicht gehen lassen. Früher, am Anfang unserer Beziehung, war sie oft so. Sie hat es geliebt, sich morgens an mich zu schmiegen, ihr Bauch und ihre Brüste an meinem Rücken und ihre Hand auf meinem Bauch. Dann hat sie ihr Bein um mich geschlungen, so dass ich nicht aufstehen konnte. Klar, ich hätte aufstehen können, wenn ich gewollt hätte. Aber es war unser Spiel und es war sehr schön so. Heute morgen ist mir aufgefallen, das sie mich schon so lange nicht mehr so umarmt hat, deshalb war ich ganz überrascht. Vielleicht spürt sie etwas.

Ich bin irgendwie verwirrt, auch wenn ich versuche, mir nichts anmerken zu lassen. Ich liebe Emma, aber Sevtap fasziniert mich. Ich fühle mich gut mit ihr, dass wusste ich sofort, als ich sie an Lisas Geburtstagsessen gesehen habe. Vielleicht weil da keine Verpflichtung, kein Alltag ist. Sich einfach ein bisschen angezogen fühlen. Was ist schon dabei? Im Grunde genommen nichts. Es ist ja auch nichts passiert. Wir haben geredet, geflirtet auch, aber das ist ja auch ok. Finde ich. Trotzdem frage ich mich, ob Emma was bemerkt hat. Und was wäre, wenn sie etwas bemerkt hat.

Emma und ich haben noch nie darüber gesprochen, was wir unter einen guten Beziehung verstehen und ob Treue dafür unbedingt notwendig ist. Wir sind einfach zusammen und sprechen nicht darüber. Es ist irgendwie so selbstverständlich mit uns. Also war es bislang. Aber jetzt bemerke ich plötzlich, dass ich Emma nicht so gut kenne, wie ich dachte. Und ich traue mich nicht, dass Thema anzusprechen. Weil wir nie vorher darüber gesprochen haben, würde Emma nur Verdacht schöpfen. Oder vielleicht auch nicht? I don’t know.

Sie hat so empfindlich reagiert, als sie erfahren hat, dass Jenna und Patrice zusammen sind. Sie hat sich hintergangen gefühlt, weil die beiden erst mal niemandem von ihrer Liaison erzählt haben. Ich fand es nicht so schlimm, es ist ja schließlich eine Sache zwischen meiner Schwester und Emmas Bruder. Aber Emma war schon sehr gekränkt. Wenn ich daran denke fällt es mir noch schwerer in Erwägung zu ziehen, mit Emma zu sprechen. Aber muss ich das eigentlich? Mit ihr sprechen? Es ist wirklich nichts passiert, wir haben uns ja nur unterhalten und uns einmal auf dem Weihnachtsmarkt getroffen. Das ist ja nicht schlimm, oder?

En frehlicher Grischtdaag

Das hat mein Onkel früher immer zu uns gesagt, wenn er an Weihnachten zu Besuch gekommen ist. Er hat sich gerne einen Spaß daraus gemacht, mit uns in Pennsylvania Dutch* zu sprechen. Jenna und ich haben gelacht, weil wir nichts verstanden haben und es für uns so komisch geklungen hat. Mein Onkel war früher ein Amischer** und hat uns viel aus dieser Zeit erzählt. Er hatte sich dafür entschieden, die Gemeinschaft nach dem Rumspringa*** zu verlassen. Manchmal war er ziemlich traurig, weil er gar keinen Kontakt zu seiner leiblichen Familie mehr hatte.

Dann hat er immer meine Tante geschnappt, umarmt und gesagt, wie froh er doch ist, dass er diesen Engel getroffen hat. Die Schwester meiner Mum ist in solchen Momenten immer ganz verlegen geworden – Jenna und ich fanden das immer sehr romantisch. Wenn ich daran denke, dann vermisse ich das Weihnachten meiner Kindheit. Ich war schon mehrere Jahre nicht mehr in Albany, um dort Weihnachten zu feiern. Meine Mum weint immer, wenn wir über Skype sprechen, so sehr fehlen Jenna und ich ihr. Vielleicht sollte ich an Weihnachten wieder einmal nach Hause fliegen. Ich frage Jenna mal, was sie davon hält.

Für den Winter in den Catskill Mountains braucht man auf jeden Fall Strickmützen

* { Pennsylvania Dutch } auch Pennsylvania German, Pennsylvaniadeutsch, Pensilfaanisch, Pennsilfaanisch Deitsch, Pennsilfaani oder Pennsilveni-Deitsch. Deutscher Sprachstamm, der in Nordamerika gesprochen wird und hauptsächlich auf pfälzischen Dialekten basiert.
** { Amische } sind eine protestantische Glaubensgemeinschaft, die in Nordamerika leben und bestimmten Grundsätzen folgen.
*** { Rumspringa } leitet sich aus dem deutschen Rumspringen ab und leitet die Periode der Adoloszenz bei den Amischen ein. Jugedliche dürfen in dieser Zeit arg über die Stränge schlagen, Alkohol trinken und Sex haben, bevor sie sich dafür entscheiden, endgültig das fromme Leben der Amischen zu leben.

Betreff: Die Platten sind super!

An: Hans <hans@life-minutes.de>
Von: Josh <josh@life-minutes.de>
Datum: 27. November 2012 20:02:23 MESZ

Hans,

Thank you so much for the albums. Ich habe es zwischen Tür und Angel (I really like this German expression) tatsächlich geschafft, in alle drei Platten reinzuhören. Ich wusste gar nicht, dass du solche Pop-Perlen in deiner Sammlung hast – du hörst ja sonst sehr viel klassische Musik. Jedenfalls ist mir beim Hören wieder aufgefallen, wie schön es ist, Musik von einer Platte zu hören. Das klingt irgendwie roher, nicht so überproduziert wie der ganze digitale Kram.

Wenn es ok für dich ist, komme ich die Tage vorbei und bringe die Platten zurück. Wäre super, wenn ich noch mal einen Blick auf deine Musiksammlung werfen dürfte, da sind bestimmt noch andere Schmuckstücke dabei. Ich weiß leider noch nicht, wann ich es schaffen werde, ich hoffe aber spätestens zu Lisas Geburtstagsessen. Da bin ich auf jeden Fall in Berlin und du weißt ja, dass ich auf gar keinen Fall auf die Tartes von Patrice verzichten kann … By the way, hast du einen Tipp, was ich Lisa schenken kann? Emma hat schon ein Geschenk und sie meinte Fachbücher für Lisas Studium wären gut. Ich würde ihr aber lieber etwas weniger Vernünftiges schenken – you know what I mean, do you?

Ich fliege morgen ziemlich früh nach Brüssel, du kannst mir aber jederzeit eine E-Mail schicken. The web is everywhere!

All the best,
Josh

Betreff: just a quick question

An: Patrice <patrice@life-minutes.de>
Von: Josh <josh@life-minutes.de>
Datum: 07. November 2012 07:27:23 MESZ

Hey Patrice,

All good? Ich bin schon wieder auf dem Sprung, heute geht es nach Zürich und morgen dann nach Brüssel. Bin noch etwas zerknittert von der Nacht, hab nicht viel geschlafen, weil ich unbedingt die Wahl verfolgen wollte. Oh happy day! Obama bleibt President. Das freut mich sehr, auch wenn er in den nächsten vier Jahren sicherlich keine Wunder vollbringen kann. Aber wer glaubt schon an Wunder? Obwohl – wir Amerikaner tun das schon, haha. Vielleicht bin ich einfach zu lange in Europa und deshalb so nüchtern geworden.

Aber warum ich dir eigentlich schreibe: Emma hat ja übermorgen Geburtstag und ich würde sie gerne überraschen. Sie denkt, dass ich noch unterwegs bin und erst am Samstag wiederkomme. Habe mir aber extra frei genommen und möchte es am Freitag richtig krachen lassen. Ist ja, wie du weißt, auch mein Geburtstag. So let’s have a Party!

Meine Bitte an dich: Das ganze soll bei Emma und mir stattfinden. Allerdings soll sie nichts davon mitbekommen. Also müssen wir sie aus unserer Wohnung weglocken. Kannst du das irgendwie arrangieren? Ich komme schon morgen Abend spät zurück, wäre super, wenn sie nicht bei uns übernachtet. Sorry, dass ich das so kurzfristig anfrage, hab aber tatsächlich erst gerade eben die Zusage für meinen Urlaub bekommen.

Alles andere habe ich trotzdem schon organisiert: Essen, Getränke, DJ. Und eine besondere Überraschung auch noch. Die verrate ich aber noch nicht – soll für alle noch ein bisschen spannend bleiben ;) Ach so, hab ich fast vergessen: Ich schicke dir gleich noch eine Liste – kannst du allen Bescheid geben, die darauf stehen? Kurze E-Mail oder Text Message sollte reichen. Thanks so much!

Bin ab heute Mittag wieder online, kannst mir also jederzeit schreiben. Stay tuned, man!

Cheers,
Josh

Vor allem wenn dein Gegenüber die Ironie mit Humor verwechselt

Sagt ein Ohrwurm eigentlich etwas über die psychische Verfassung des Ohrwurmgeplagten aus? So frei nach Freud? Immer wenn ich mir die Rubber Soul angehört habe, klingt Nowhere Man noch stundenlang in meinem Kopf nach. Tatsache ist: Manchmal fühle ich mich wie ein Nowhere Man. Ich bin ständig unterwegs, reise in der Welt herum, ohne die Welt zu sehen. Und das alles, um Strategien zu entwickeln und Dinge zu verkaufen, die – wenn man ehrlich ist – niemand braucht. Davon lebt unser kapitalistisches System. Davon lebe ich.

Ehrlich gesagt freue ich mich über jeden Tag, der so ist, wie heute. Wenn die Sonne scheint und so ein Hammerwetter wie an diesem Sonntag im Oktober ist, kann ich richtig abschalten. Wenn ich endlich mal Zeit habe, nichts zu tun, und mein Gesicht in die wärmenden Sonnenstrahlen halte, kann ich ganz gut vergessen, dass ich Teil des Systems bin, das ich selbst so lächerlich finde. Wahrscheinlich bin ich gerade deswegen so erfolgreich in meinem Job. Weil ich mich im Grunde genommen selbst nicht ernst nehmen kann. Ironie verkauft am besten – vor allem wenn dein Gegenüber die Ironie mit Humor verwechselt.

Da fällt mir gerade ein: Ich muss Jenna wegen der Wahl noch Bescheid geben. Wir wollten ja zusammen zur Botschaft gehen und ich kann nur am 6. November ganz früh. Barack Obama steht ja gerade im Kreuzfeuer der Kritik. Selbst eingefleischte Demokraten wenden sich gegen ihn. Was nicht überraschend ist. Die Erwartungen an Obama waren einfach unrealistisch hoch. Man hat ihm fast schon übermenschliche Kräfte nachgesagt damals. Ein Zauberer als Mister President? What a joke! Klar, einen, der Wunder vollbringt, den hätte es wahrscheinlich gebraucht nach acht Jahren Bush-Regierung*. Die hat in 8 Jahren mehr zerstört als man in acht Jahren aufbauen kann. Das jedoch sehen die meisten Leute leider nicht. Weil sie vergesslich sind. Und sich am Nachmittag lieber eine neue Lüge in ihr Ohr säuseln lassen, um nicht mehr daran zu denken, dass die Lüge von gestern ihnen heute morgen noch sauer aufgestossen ist.

Stürmische Zeiten*: vom American Dream zum Nowhere Land.

Ich bin wirklich gespannt auf den Ausgang der Wahl. Ich muss unbedingt meine Stimme abgeben. Denn ich will auf gar keinen Fall, dass Mitt Romney das Rennen macht. Ich weiß nicht, ob Obama der bessere Präsident ist. Aber auf jeden Fall ist er der sozialere Präsident. Und er hat, obwohl seine ersten vier Jahre im Amt nicht gerade leicht waren, seine Menschlichkeit behalten. Einer wie Romney kann sich gut verkaufen, ist aber nur eine republikanische Marionette. So wie Bush Junior.

* 12 Jahre danach gibt es wieder eine Wahl in den USA. Obama hatte damals noch mal gewinnen können und dann kam Trump. Der ist so übel, dass selbst Bush Junior sich gegen ihn positioniert hat. Leider ohne Erfolg. Vier Jahre Trump, vier Jahre Biden und dieses Jahr wieder … Trump? God save America from this disaster.

Also bin ich in das Beatles Museum gegangen

Vor kurzem war ich einen Tag lang in Halle. Fantastisch, was man alles entdeckt, wenn man beruflich durch die Welt geschickt wird. Halle gefällt mir. Schöne Altstadt und so unaufgeregt. Zum Glück hatte ich zwischen den zwei Terminen noch ein bisschen Zeit. Also bin ich in das Beatles Museum gegangen. I love THE BEATLES.

Ein Tag in Halle kann nur gut sein, weil es dort das Beatles-Museum gibt.

Das allererste Popmusik-Album meines Lebens war das Album The Beatles. Wenn man es genau nimmt, habe ich mir das Album einfach angeeignet. Es gehörte zu der riesigen Plattensammlung meines Dads. Ich glaube fast, er hat von allen bekannten amerikanischen und britischen Bands der 60er und 70er Jahre alle Alben. Wirklich alle. Meine Eltern schwärmen ja auch heute noch von Woodstock und wie toll es damals war. Happy Hippies, Love and Peace. Das wiederum ist ja nicht so meins.

Aber The Beatles. Auf dem White Album sind großartige Songs drauf. Ich finde immer das passende Lied für meine jeweilige Stimmung. Wenn ich fröhlich bin, mag ich am liebsten Honey Pie oder Savoy Truffle, wenn ich wütend bin, höre ich gern Helter Skelter oder Happiness Is A Warm Gun, wenn ich schlecht drauf bin, läuft Cry Baby Cry und Yer Blues in Endlosschleife. Und Sex ist am besten mit Everybody’s Got Something To Hide Except Me And My Monkey. Zum Glück gibt es heutzutage MP3-Player*. Da kann ich bei meinem ständigen Unterwegssein wenigstens die Musik hören, die mir Spaß macht. Und mich ausklinken.

Zur Entspannung ein Kaffee mit den Beatles im Biergarten.

Emma interessiert sich leider gar nicht für The Beatles. Liegt vielleicht auch daran, dass sie so gut wie pop-musikfrei aufgewachsen ist. Hans ist ja eher klassisch orientiert. Eigentlich seltsam, da er in Ost und Westdeutschland für seine sehr modernen Theaterinszenierungen ziemlich bekannt gewesen ist. Zum Glück teilt mein Schwesterchen meine Beatles-Leidenschaft. Da kann Patrice noch von ihr lernen. Irgendwie lustig, dass die beiden sich jetzt endlich gefunden haben. Hab eigentlich nur darauf gewartet, dass das endlich passiert.

Ist eine interessante Paar-Konstellation: Ich bin mit der Schwester von Patrice zusammen, der mit meiner Schwester zusammen ist, die die beste Freundin von Emma ist. Und Patrice und ich verstehen uns auch super. Alles easy, außer dass Emma sich ziemlich aufgeregt hat. Ich glaube, sie ist eifersüchtig. Sie denkt, dass Jenna und Patrice sich nicht mehr genug für sie interessieren. Ach Emma, manchmal bist du wirklich wie ein kleines Mädchen. Ihr Drang nach Aufmerksamkeit kann schon echt nerven. Da bin manchmal schon froh, dass ich viel unterwegs bin. Sonst wäre es mir schnell zu viel mit ihr.

* MP3-Player sind auch so ein Ding der 2010-Jahre: Musik-Streaming à la Spotify kam in Deutschland erst ein paar Jahre später richtig in Mode.