Gleðileg Jól

Weihnachten ist die Zeit der Märchen. Als Mädchen habe ich jedes Jahr am ersten Weihnachtsfeiertag Drei Nüsse für Aschenbrödel im Fernsehen gesehen. Auch mein Märchenbuch von Hans Christian Andersen habe ich besonders gerne in der Adventszeit gelesen, ebenso die Klassiker von den Gebrüdern Grimm. Die heutige Meldung, dass Familienministerin Schröder die Grimm’schen Märchen als grausam und sexistisch verurteilt und diese am liebsten in eine moderatere Fassung umgeschrieben sähe, hat mich zum Lachen gebracht. Das ist eine typische Erwachsenensicht und mißachtet den historischen Kontext.

Wer bitte möchte weichgespulte Märchen lesen? Als ich ein Kind war, sind mir die Geschichten gar nicht so grausam oder diskriminierend vorgekommen. Kinder haben grundsätzlich eine andere Vorstellung von Gewalt und der Welt, und in meiner Fantasie kamen keine Horror-Splatter-Bilder oder Vergewaltigungsszenen vor. Natürlich werden in vielen Märchen menschliche Abgründe thematisiert, aber im Gegensatz zu moderner Literatur oder Filmen werden grausame Begebenheiten hier nicht in allen Einzelheiten dargestellt.

Die Fantasie von Erwachsenen ist oftmals sehr detailgetreu, wenn es um grausame Taten geht. Dass diese Vorstellungen in unseren erwachsenen Köpfen so explizit sind, kommt aber eher durch das, was wir in unserem Leben gesehen haben – in den Nachrichten, in Filmen und Serien oder – im schlimmsten Fall – mit eigenen Augen. Ich möchte heute deshalb zurück zu meiner Kindheitssicht gehen und ein Lastminute Geschenk der besonderen Art vorstellen: ein selbstgeschriebenes Märchen.

Man nehme den Namen der Person, für die die Geschichte gedacht ist
Einen Würfel

___Vorbereitung
1 = Die schöne Prinzessin / Der schöne Prinz / Die alte Hexe
2 = Das kluge Bauernmädchen / Der kluge Bauernjunge / Der schwarze Zauberer
3 = Die zarte Elfe / Der tapfere Ritter / Der hinterlistige Teufel
4 = Die gute Fee / Der wandernde Handwerksbursche / Der menschenfressender Riese
5 = Die jüngste Schwester / Der jüngste Bruder / Die böse Stielmutter
6 = Die verzauberte Schöne / Der verhexte Schöne / Der feuerspeiende Drache

___ Anfangssatz
Es begab sich zu einer Zeit als … (Augenzahl 1, 3, 5)
Es war einmal … (Augenzahl 2, 4, 6)

___ Abschlusssatz
Und so lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage. (Augenzahl 1, 3, 5)
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. (Augenzahl
2, 4, 6)

Im Anschluss auswürfeln, welchen Charakter die Hauptperson (also der/die Beschenkte) hat (je nachdem, ob männlich oder weiblich). Dann wird der/die künftige Partner*in des Protagonisten ausgewürfelt. Dann noch den bösen Gegenpart würfeln, sowie den Anfangs- und Endsatz.

___ Der Plot
{ A } Je nach Charakter der Hauptfigur eine Ausgangssituation bestimmen (z.B. Schloß, Hütte, Burg, etc).
{ B } Die Hauptfigur muss die Heimat verlassen (Auslöser z.B. Streit, Armut, Bedrängung).
{ C } Die Hauptfigur trifft auf den/die künftige Partner*in, verliebt sich unsterblich, aber es gibt ein Hindernis (z.B. Wettbewerb, Fluch, Überheblichkeit).
{ D } Die Hauptfigur muss sich auf die Suche nach dem Bösen begeben, um das Hindernis zu überwinden (z.B. 3 Aufgaben bestehen, eine Reise durch die Welt).
{ E } Zum Schluss kommt es zum Kampf zwischen der Hauptfigur und dem Bösewicht, die Hauptfigur gewinnt natürlich und bekommt Geld, Ruhm und Liebe (falls nicht ist es ein Märchen à la Andersen, aber wer möchte den/die Beschenkte*n schon untergehen sehen …)

عيد ميلاد مجيد

Ich finde es schwierig zu einem festgelegten Zeitpunkt (Weihnachten) Geschenke zu machen, die alle Beschenkten (Familie, Freunde) mit Freude erfüllen sollen. Deswegen schenke ich jedes Jahr und allen immer dasselbe. Trotzdem oder gerade deswegen sie alle immer glücklich und zufrieden damit. Was mein Geheimnis ist? Ich verschenke selbstgemachte Kerzen.

Nicht nur, dass es mir selbst viel Freude bereitet, Kerzen zu ziehen, die Symbolik eines solchen Geschenks ist vielfältig. Entweder sage ich der Person mit einem Augenzwinkern, dass ihm oder ihr bald ein Licht aufgehen möge, oder oder Kerze wünscht dem/der Beschenkten eine leuchtende und warme Zukunft.

Ach, ich manchmal bin ich echt sentimental … Aber schließlich sehen Kerzen nicht nur gut aus und machen ein schönes Licht, sie riechen auch gut. Das Beste aber ist: Kerzen sind schnell selbst gemacht und können von daher last minute vor dem Heiligen Abend noch hergestellt werden.

Es ist das Licht, das uns sehen lässt

Kerzenziehen

___Man braucht
Gießwachs, 500 g oder 1.000 g Beutel, einfach und farblos, als Granulat im Bastelbedarf oder Baumarkt erhältlich. 1 ml Kerzenvolumen entspricht etwa 1g Kerzengießwachs.
Färbewachs, um das geschmolzene Wachs einzufärben. Im Bastelbedarf oder Baumarkt erhältlich.
Gießformen wie alte Teelichtbehälter aus Glas oder Aluminium, Marmeladengläser, Puddinggläser oder andere Gläser. Minikerzen werden mit Plätzchenausstechförmchen oder halben Walnußschalen gegossen.
Dochte – die Dochtstärke ist abhängig vom späteren Kerzendurchmesser (Bitte die Angabe zur Dochtstärke auf der Packung beachten). Im Bastelbedarf oder Baumarkt erhältlich.
Knete, Zahnstocher aus Holz

___Herstellung
1 Wachs schmelzen
Wachsgranulat in einem größeren Einmachglas im Wasserbad langsam unter ständigem Rühren erhitzen. Färbewachs nach Herstellerangabe hinzugeben. Das Wachs soll nicht kochen. Mit dem Rührlöffel wird das Wachs umgefüllt, wenn es flüssig genug ist.
2 Docht vorbereiten
Die Dochte auf die richtige Länge bringen. Dochte kurz in das flüssige Wachs tauchen. Wenn das Wachs kurz abgekühlt ist, gerade ziehen. Zur Seite legen.
3 Kerzen in Ausstechförmchen
Knete dünn ausrollen. Die Ausstechförmchen darauf setzen und leicht
andrücken. Wachs zugießen bis der Rand fast erreicht ist. Den Docht, der doppelt so hoch wie die Form sein sollte, in das noch flüssige Wachs stellen und fixieren. Wenn das Wachs fest geworden ist, Förmchen vorsichtig abheben.
4 Kerzen in Gläsern
Das Ende eines Dochts wird mit dem noch nicht festen Wachs an einen Holzzahnstocher geklebt und so weit um diesen gewickelt, dass der Docht gerade bis auf den Boden der Glasform reicht. Der Docht sollte mindestens ein Fingerglied lang über den Glasrand hinausgehen. Wachs zu etwa 3/4 in die Gläser geben. Für verschiedenfarbige Kerzen kann das Wachs z.B. in Schichten eingefüllt werden (z.B. erst rotes, dann gelbes, dann blaues Wachs. Dabei wird die nächste Schicht erst eingegossen, wenn die vorherige Schicht leicht erstarrt ist.