Joyeux Noël

Heute ist Nikolaus, der Tag an dem kleine und große Kinder in Deutschland ihre (geputzten) Stiefel vor die Tür stellen, die der Nikolaus nachts mit allerlei Süßigkeiten füllt. Manchmal kommt er auch in Persona in Kindergärten oder Schulen vorbei. Auf jeden Fall trifft man ihn im Dezember sehr oft in Deutschland an, meistens auf Weihnachtsmärkten oder in Einkaufszentren. In Frankreich läuft er auch gerne durch die Gegend, aber bei uns ist der Nikolaus gleichzeitig der Pere Noël, so genau lässt sich da kein Unterschied feststellen.

Aber heute ist der Gedenktag an Nikolaus von Myra, der an einem 6. Dezember im 4. Jahrhundert verstorben sein soll. Um den heiligen Mann ranken sich viele Legenden, die schönste aber wie ich finde, ist folgende:

Ein armer Mann hatte nicht die nötige Mitgift, um seine drei Töchter standesgemäß zu verheiraten. Also sah er keinen anderen Ausweg, als die Mädchen zu Prostituierten zu machen. Nikolaus, der über ein größeres Vermögen verfügte, hörte von dem Umglück des Vaters und seiner drei Töchter und schlich sich heimlich zu dem Haus der Familie. Er warf einen Goldklumpen durch das Fenster in das Zimmer der Jungfrauen und wiederholte diese Tat in den zwei folgenden Nächten. In der dritten Nacht wurde Nikolaus von dem Vater überrascht, der ihn mit Dank überschüttete, da die Mitgift für seine Töchter nun gesichert war.

Übrigens soll Nikolaus bereits als Säugling schon sehr fromm gewesen sein. So liess er sich an den Fastentagen der Woche, am Mittwoch und am Freitag, nur einmal am Tag von seiner Mutter stillen. Und als er das erste Mal gebadet werden sollte, stand er aufrecht ohne fremde Hilfe in der Wanne. So ist das mit den Heiligen – ihr Leben ist ein Mythos vom Anfang bis zum Ende. Schade, dass ich den Mythos erst in Deutschland kennengelernt habe. Katho hin, katho her – in Frankreich war der 6. Dezember immer ein ganz normaler Tag für mich.

Hinterlasse einen Kommentar